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Google zieht vorbei

Wie Googles Ökosystem zum strategischen Vorteil im KI-Markt wird

Google zieht vorbei

OpenAI vs. Google: Der Kampf um die KI-Vorherrschaft

Auf einen Blick

  • ChatGPTs Marktanteil ist von 87% auf 64-68% gefallen, während Google Gemini auf über 21% gewachsen ist
  • Google hat einen kaum einholbaren Reichweiten-Vorteil: KI ist bereits in Suche, Chrome, Android, Gmail und YouTube eingebaut
  • OpenAI gerät in eine strategische Zwickmühle: Google dominiert den Massenmarkt, Anthropic die anspruchsvollen Profianwender

Das solltest du tun

  1. 1Nicht auf einen einzigen KI-Anbieter setzen – mit mehreren Anbietern gleichzeitig arbeiten
  2. 2Gemini-Integration in Google Workspace aktiv ausprobieren
  3. 3Claude von Anthropic für anspruchsvolle Denkaufgaben testen
Relevant für:
ITGeschäftsführung

Der Markt kippt – und zwar schnell

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: ChatGPT hatte einst fast den gesamten KI-Markt für sich allein – 87 von 100 Nutzern waren dort. Heute sind es nur noch 64 bis 68. Im gleichen Zeitraum schoss Google Gemini von bescheidenen 5 auf über 21 von 100 Nutzern.

Gemini

346 Mio.

monatlich aktive Nutzer (Nov 2025)

+30% seit August 2025

ChatGPT

<70%

Marktanteil (erstmals unter 70%)

-20% seit Höchststand

Reichweiten-Dominanz: Googles unfairer Vorteil

Der Wettbewerb hat sich grundlegend verändert. Es geht nicht mehr nur darum, wessen KI in Tests besser abschneidet. Entscheidend ist: Wo erreicht die KI die meisten Menschen? Und hier hat Google einen Vorsprung, den kein Wettbewerber so schnell aufholen kann. Die KI ist bereits in Produkte eingebaut, die Milliarden Menschen täglich nutzen:

PlattformReichweite
Google Search90%+ Marktanteil
Chrome Browser65%+ Marktanteil
Android70%+ mobiler Markt
Gmail1,8 Mrd. Nutzer
YouTube2,5 Mrd. Nutzer
Google Workspace3 Mrd.+ Nutzer

Sobald 'ausreichend gute' Intelligenz überall verfügbar ist, fließt die Nutzung dorthin, wo es am bequemsten ist.

Dieser Vorteil verstärkt sich selbst: Mehr Reichweite bringt mehr Nutzer, mehr Nutzer bringen besseres Feedback, besseres Feedback macht das Produkt besser, und ein besseres Produkt bringt noch mehr Nutzer.

Das "Sandwich-Problem" für OpenAI

OpenAI gerät in eine gefährliche strategische Zwickmühle:

MarktsegmentGewinnerWarum
Gelegenheitsnutzer / EinstiegGoogleKostenlose Tools, nahtlos in bestehende Google-Produkte eingebaut
Profis / EntwicklerAnthropicBesseres logisches Denken, spezialisierte Werkzeuge
MitteOpenAIEingequetscht – riskante Position

Bei Großunternehmen: Anthropic hat OpenAI als Marktführer abgelöst

Anthropic

40%Anteil am KI-Budget großer Firmen

2023: 24%

OpenAI

27%Anteil am KI-Budget großer Firmen

2023: 50%

Google

21%Anteil am KI-Budget großer Firmen

2023: 7%

Die finanzielle Realität

Google / Alphabet

  • Plant $75-93 Mrd. für KI-Infrastruktur 2024-2025
  • Betriebsgewinn im 3. Quartal 2025: $31,2 Mrd. (+9%)
  • Eigene Spezialchips (TPUs) und eigene Rechenzentren – dadurch unabhängig von Zulieferern
  • Kann KI-Führerschaft ohne existenziellen Monetarisierungsdruck verfolgen

OpenAI

  • Prognostizierte Verluste 2026: $14 Mrd. jährlich
  • Abhängig von Investorenrunden
  • Sam Altmans "Code Red": Alle Werbeausgaben gestoppt
  • Möglicher Börsengang 2026 – muss Weg zur Profitabilität zeigen
Konzerne wie Google haben genug Geld für ihre KI-Modelle – und bauen sogar eigene Chips. Das macht sie effizienter und unabhängiger von Investoren.

Zwei unterschiedliche Strategien

GoogleOpenAI
AnsatzZuerst Unternehmen, dann VerbraucherZuerst Verbraucher, dann Unternehmen
RisikoNiedrigerHöher
StärkenInfrastruktur, Integration, BestandskundenInnovation, Markenbekanntheit
ZielAlles aus einer Hand – von Chip bis EndproduktEinen Durchbruch schaffen, der KI für alle unverzichtbar macht

Ausblick 2026: Das Ende des Monopols

Bis Ende 2026 wird der Markt weniger wie ein Monopol und mehr wie ein Drei- bis Vier-Spieler-Rennen aussehen:

1.

Google

Alles aus einer Hand – mit der größten Reichweite

2.

Microsoft / OpenAI

Fokus auf Großunternehmen und deren bestehende Microsoft-Produkte

3.

Anthropic

Spezialist für Sicherheit und stark regulierte Branchen wie Banken und Gesundheit

4.

Meta

Setzt auf frei verfügbare KI-Modelle, die jeder nutzen und anpassen kann

Die Ära, in der OpenAI alleine vorauseilt, ist vorbei.

Reid Hoffman, Prognose für 2026

Fazit für Entscheider

ErkenntnisImplikation
Reichweite schlägt Modell-QualitätBei der Toolauswahl darauf achten, wie gut sich das Tool in bestehende Systeme einfügt
Der Markt wird zum Rennen weniger GroßerNicht auf einen einzigen Anbieter setzen
Google-Workspace-Nutzer im VorteilGemini-Integration in Google Workspace aktiv ausprobieren
Große Unternehmen wechseln zu AnthropicClaude für anspruchsvolle Denkaufgaben testen

Die Loyalität der Nutzer gewinnt, wer den reibungslosesten Workflow bietet – nicht nur das intelligenteste Modell.

Quellen